Worum geht es?

Wir wollen unseren Ort schöner und lebendiger gestalten – gemeinsam und mit Engagement

In unserem Ort zählt nicht nur, was offiziell entschieden wird, sondern was wir gemeinsam bewegen. Wir möchten unser Zuhause Schritt für Schritt schöner, lebendiger und lebenswerter gestalten. Dafür setzen wir auf die Ideen, das Engagement und die Tatkraft der Menschen, die hier leben.

Unser Ziel ist es, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger wahrgenommen und unterstützt fühlen. Wir glauben daran, dass Veränderung vor der eigenen Haustür beginnt, durch kleine Projekte, nachbarschaftliche Hilfen, kreative Ideen, gemeinsame Aktionen und dem Willen, etwas zu bewegen.

Damit alle auf dem Laufenden bleiben, legen wir Wert auf offene Kommunikation und aktuelle Informationen. Neuigkeiten und laufende Projekte werden auf der Internetseite veröffentlicht. So können sich alle informieren, mitreden und mitgestalten. Denn unser Ort lebt durch uns, die Menschen, die ihn gestalten. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass wir uns hier nicht nur zuhause fühlen, sondern auch mit Stolz sagen können: Hier lebt es sich gut.

1. Welchen Stellenwert hat der Tourismus für Dassow?

Pötenitz ist nicht irgendein abgelegener Ortsteil. Es gehört – neben Rosenhagen – vorzugsweise zu den Ortsteilen, die Urlauber gerade wegen ihrer Ostseenähe, ihrer Strände und ihrer ruhigen Lage aufsuchen. Dassow wurde auch deshalb als Tourismusort anerkannt; die Küstenortsteile sind ausdrücklich touristisch geprägt und die Strände über die ganze Saison hinweg gefragt

Ausgerechnet dort, wo Gäste ankommen, Urlaub machen und Geld in der Region lassen, soll offenbar gespart, gezögert oder weggeschaut werden.

Pötenitz ist kein Randthema. Der Ortsteil ist eines der touristischen Aushängeschilder von Dassow. Wer für die Ostsee, Natur, Strände und Erholung kommt, landet hier wegen der Qualität dieser Küstenorte. 

Die Stadt selbst hat Pötenitz in ihrer Planung als Schwerpunkt der touristischen Entwicklung bezeichnet. Vorgesehen waren unter anderem die Verbesserung des Strandwegs und die Entwicklung eines kleinteiligen Ferienhausgebiets. Wer diesen Anspruch ernst meint, muss auch bereit sein, die notwendige Infrastruktur, Aufenthaltsqualität und öffentliche Aufmerksamkeit bereitzustellen.

Tourismus entsteht nicht allein durch schöne Worte. Er braucht gepflegte Wege, funktionierende Anbindungen, saubere und attraktive Aufenthaltsbereiche sowie Orte, an denen sich Gäste willkommen fühlen. Davon profitieren nicht nur Urlauber, sondern auch die Menschen, die in Pötenitz leben.

2. Dassow - eine Kommune mit nur durchschnittlicher Lebensqualität

Dassow wird in einer aktuellen Untersuchung als eher durchschnittlich versorgte Kommune eingeordnet, weder besonders gut noch besonders schlecht. Was auf den ersten Blick harmlos klingt, hat jedoch Folgen. Laut Auswertung des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ sind die Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Wohn- und Lebensumfeld nur mittelmäßig zufrieden. Angebote sind zwar vorhanden, doch gerade bei Mobilität und Freizeit-Infrastruktur bleiben spürbare Lücken.

Grundlage des Berichts ist eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zur kommunalen Daseinsvorsorge. Sie bewertet 10.941 Gemeinden in Deutschland anhand von 17 Indikatoren aus den Bereichen Digitales, Gesundheit, Mobilität, Freizeit und Bildung. Dazu gehören unter anderem Zahl und Erreichbarkeit von Schulen, Ärzten, Pflegeeinrichtungen, Angeboten des öffentlichen Nahverkehrs, kulturellen Einrichtungen und die Qualität der Breitbandversorgung. In all diesen Feldern liegt Dassow im bundesweiten Vergleich vor allem im Mittelfeld, mit einzelnen Stärken, aber auch klaren Schwächen.

Besonders deutlich werden diese Schwächen, wenn man den Blick vom Kernort Dassow auf seine Ortsteile richtet. Pötenitz ist von der unzureichenden Daseinsvorsorge noch drastischer betroffen. Hier sind Wege zu Ärzten, Kitas, Einkaufsmöglichkeiten oder Angeboten des öffentlichen Nahverkehrs oft länger und umständlicher. Während in Dassow zumindest Investitionen in das Stadtbild erfolgen, etwa die Pflege von Rasenflächen und öffentlichen Anlagen, zeigt sich in Pötenitz ein ganz anderes Bild: Ungepflegte Flächen, fehlende Aufenthaltsqualität und der Eindruck, nur am Rand mitgedacht zu werden. Für die Menschen vor Ort bedeutet das weniger Wohnqualität, mehr Wegeaufwand und das Gefühl, gegenüber dem Hauptort systematisch benachteiligt zu sein.

Gerade für eine ländlich geprägte Region wie Mecklenburg‑Vorpommern ist dieses Ergebnis ein Warnsignal. Die Studie macht deutlich, dass viele Gemeinden im Land strukturell schlecht aufgestellt sind und Gefahr laufen, weiter an Attraktivität zu verlieren. Wer sich mit einem Platz im Mittelfeld zufriedengibt, nimmt letztlich in Kauf, dass junge Familien wegziehen, ältere Menschen schlechter versorgt sind und die Kommune im Wettbewerb um Lebensqualität zurückfällt.

Genau hier setzt die eigentliche Herausforderung an. Wenn Dassow mehr sein soll als eine Gemeinde, in der man lediglich wohnt, aber nicht gerne bleibt, braucht es einen klaren Kurswechsel. Bürgermeisterin und Stadtvertretung sind gefordert, ein überzeugendes Programm für bessere Daseinsvorsorge, verlässlichen öffentlichen Nahverkehr, eine gesicherte medizinische Versorgung sowie attraktive Freizeit‑ und Bildungsangebote vorzulegen. Der Bericht liefert dafür nicht nur die Diagnose, sondern auch einen dringlichen Handlungsauftrag.

3. Das ersichtliche Selbstverständnis der Ortsteilvertretung

Seit der im Oktober 2024 durch die Stadtvertretung Dassow bestimmten Besetzung der Ortsteilvertretung (OTV) für Benckendorf, Feldhusen, Johannstorf, Pötenitz, Rosenhagen und Volkstorf bestehen Zweifel an Transparenz, Bürgerbeteiligung und einer bürgerorientierten Arbeitsweise.

Transparenz und Beteiligung

Kritisiert werden Mängel bei der Amtsführung:

  • Sitzungen werden nicht immer fristgerecht angekündigt.
  • Tagesordnungen und Beschlussvorlagen werden nicht ausreichend veröffentlicht.
  • Protokolle fehlen, erscheinen verspätet oder sind unvollständig.

Dadurch wird eine demokratische Kontrolle erschwert. Bürgerinnen und Bürger, die nicht an Sitzungen teilnehmen können, erhalten keine ausreichende Möglichkeit, Entscheidungen nachzuvollziehen oder sich wirksam einzubringen.

Umgang mit Kritik

Zudem wird eine problematische Debattenkultur wahrgenommen. Kritische Stimmen werden teilweise abgewertet, etwa durch die Bezeichnung „Querulanten“. Auch auf E-Mails und Gesprächsanfragen erfolgten zum Teil keine Rückmeldungen.

Es entsteht der Eindruck, dass Kritik und bürgerschaftliches Engagement nicht als Beitrag zur Verbesserung, sondern als Störung behandelt werden. Eine wirksame Ortsteilvertretung sollte dagegen transparent informieren, Anfragen zeitnah beantworten, Entscheidungen erläutern und einen respektvollen Austausch ermöglichen.

Bürgerhaus und Fördermittel

Die bisherigen Beschaffungen im Bürgerhaus erscheinen nur begrenzt auf eine vielseitige Nutzung ausgerichtet. Ein einzelner Lautsprecher genügt zwar den Anforderungen einer Tanzsparte des Sportvereins, reicht aber nicht zur Beschallung eines gefüllten Veranstaltungssaals. Leichte Vorhänge mögen die Akustik teilweise verbessern, sind jedoch für die notwendige Verdunkelung bei Vorträgen, Präsentationen oder Filmveranstaltungen völlig ungeeignet.

Die Beispiele legen nahe, dass einzelne kurzfristige Bedarfe berücksichtigt wurden, nicht jedoch die umfassende und langfristige Nutzung des Bürgerhauses durch verschiedene Gruppen. Öffentliche Mittel sollten daher anhand eines transparenten Gesamtkonzepts eingesetzt werden, das Mehrfachnutzung, Bedarf aller Nutzergruppen und Nachhaltigkeit berücksichtigt.

4. Durchgangsverkehr durch Pötenitz

Die Straßenanbindung Pötenitz’ wird strukturell durch die Kreisstraße 3 geprägt. Sie ist Erschließungsader für die Ortslage und gleichzeitig Verbindungskorridor für Nachbarorte sowie für regionale Relationen. Gerade weil diese Doppelrolle nicht auflösbar ist, liegt der Schlüssel in Ortsverträglichkeit ohne Funktionsverlust, eine Sicherheits- und Geschwindigkeitsregelung, das die reale Nutzung abbildet und eine Gestaltung der Ortsdurchfahrt, die den Ort nicht zur bloßen „Durchfahrtskulisse“ degradiert.

Ortseinfahrt Pötenitz , von Dassow kommend
Ortseinfahrt Pötenitz, von Kalkhorst kommend

Ein zusätzlicher, für die Ortsverträglichkeit relevanter Aspekt ergibt sich aus wiederholt beobachteten Wahrnehmungen, dass Verkehrsteilnehmer aus angrenzenden Orten und die K 3 regelmäßig als Verbindungsachse nutzen, innerorts häufig die höchstzulässige Geschwindigkeit missachten. Diese Beobachtung ist deshalb konfliktträchtig, weil sie den Charakter der K 3 als „Gemeinschaftsressource“ asymmetrisch belastet. Der Nutzen der zügigen Durchfahrt fällt bei Durchgangs- und Quell-/Zielverkehren außerhalb Pötenitz’ an, während die negativen Externalitäten, subjektive Unsicherheit, Lärmspitzen, erschwerte Querbarkeit und erhöhte Unfallrisiken in der Ortslage verbleiben.

Als begünstigender Faktor wird dabei der augenscheinlich geradlinige Straßenverlauf im Ort genannt. Ein solcher Verlauf wirkt aus verkehrspsychologischer Sicht häufig als „Geschwindigkeitsverstärker“. Die visuelle Lesbarkeit einer Strecke ohne starke Ablenkung (Kurven, Fahrbahnverschwenkungen, wechselnde Querschnitte oder markante Raumkanten) vermittelt Fahrern das Gefühl von Übersicht und Kontrolle. Das kann dazu führen, dass die innerörtliche Situation, trotz Bebauung, Einmündungen, Fuß- und Radverkehrsbeziehungen unterschätzt und das Tempo an außerörtlichen Gewohnheiten orientiert wird. Die K 3 übernimmt somit nicht nur funktional, sondern auch „im Kopf“ vieler Nutzer die Rolle einer durchgängigen Verbindungsstraße, was gerade in einer Ortsdurchfahrt zu einem systematischen Regelverstoßrisiko führt.

5. Das Problem mit der Entsorgung von Papier, Pappen und Flaschen

In Pötenitz sehen wir seit mehrjährig andauernder Diskussion immer noch überfüllte Papier- und Glascontainer und daneben zuweilen gestapelte Kartons, Flaschen oder sogar Müll- und Altkleidersäcke. 

Ein Grund für die Überfüllung sind zu lange Entsorgungszyklen. Die Container werden offensichtlich zu selten geleert, sodass sie schnell voll sind. Wird dann zusätzlich Gewerbemüll entsorgt, quellen die Container schnell über. Das belastet auch die direkten Anwohnerinnen und Anwohner durch umherfliegenden Unrat.

Hinzu kommt, dass bisherige Lösungsvorschläge, etwa die Verlagerung der Sammelstelle an einen besser geeigneten Standort oder die Einführung einer Videoüberwachung zur Kontrolle der regelkonformen Nutzung abgelehnt wurden. Dabei zeigt ein Blick in die Nachbarorte. Dort sind an den Entsorgungsstationen bereits Kameras installiert, die bei der Einhaltung der Entsorgungsregeln helfen und Missbrauch deutlich reduzieren.

Jeder kann dazu beitragen durch die richtige Nutzung der Container, durch Rücksicht auf andere und durch Meldung überfüllter Sammelstellen. 

Ein gepflegter Ort ist ein Zeichen für Gemeinschaft und Zusammenhalt. Besonders traurig ist, dass sich die Müllentsorgung in unmittelbarer Nähe zu einer Wiesenfläche befindet, die für viele als Herzstück des Dorfes gilt, wo gespendete Bäume wachsen und einst ein Sportfeld lag. Ein Platz, der eigentlich Treffpunkt und Erholungsort sein sollte.